(Themen)Wanderung Hochschwab mit Naturfreunde Graz am 3. und 4. Oktober2026 mit DDr. Werner Anzenberger
Die Gruppe trifft sich am Samstag gegen 12:00 Uhr am Bahnhof Kapfenberg. Sieben erwartungsfrohe Menschen und ein Guide, vier Frauen, vier Männer. Man macht sich rasch bekannt, die Chemie stimmt. Alle freuen sich auf den Hochschwab, die meisten waren noch nie oben. Das Taxi bringt sie in die Fölz, bei der Abzweigung Fölz-Klamm – Schwabenbartl geht es los. Der Guide gib einen Überblick über die geplante Route.
Heute noch hinauf zur Grasser Hütte. Dort gemeinsames Abendessen, schlafen. Für sehr ambitionierte Wanderer ein zusätzliches Angebot: Exkursion, 500 weitere Höhenmeter durch schrofiges, nichtmarkiertes Gelände auf den Fölzstein.Der Guide spricht über die geografische Lage des Hochschwab, die Bedeutung dieses mächtigen Karstes für die Wasserversorgung bis Wien. Geologie und Botanik. Und historisch? Das Gebiet war stark betroffen von den napoleonischen Kriegen am Beginn des 19. Jahrhundert – und am Ende des Zweiten Weltkrieges, Zentrum eines der wenigen Beispiele Österreichs für den militärischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Die ersten 600 Höhenmeter zur Grasser Hütte werden rasch bewältigt. Schon nach der Baumgrenze haben Einblicke in die prächtigen Kalkspitzen die Gruppe demütig und freudvoll erschauern lassen. Oben bei der Hütte trinken, essen, Einquartierung.
Dann die Frage: Wer geht mit auf den Fölzstein? Alle! Das gab es, ist der Guide erstaunt, noch nie. Oben ein wunderbarer Ausblick über das Hochschwabmassiv in der Abendsonne, die Tallandschaft um Thörl. Im Süden und Westen Berkette an Berkette: Mürzsteger und Fischbacher Alpen, steirisches Randgebirge, Niedere Tauern.
Zurück zur Hütte – schon wieder ist man hungrig. Das Abendessen steht rasch auf dem Tisch, Scherzen und Lachen. Der freundliche Wirt überrascht mit einem smarten Gewinnspiel: Wie feucht ist die Kuh? Einsatz ein Euro. Das Ergebnis wird, nach dem Almabtrieb, mit Anschlag bekannt gegeben. Die Siegerin, der Sieger werden eine Gratis- Bewirtung auf der Hütte erhalten. Ein guter Grund wiederzukommen. Derschlaue Wirt kann nicht nur gut reimen und kochen. Er kann auch Marketing.
Frühmorgens zaubert er mit seinem Team ein Frühstück, das dem Sonntag würdig ist. Eierspeise mit Speck, Eierspeise ohne Speck? Oder einfach nur klassisch, mit Butter und Marmelade? Tee, Kaffee, Holunderwasser? Für jeden ist was dabei. Viertel sieben, resch und zeitig! Aber was soll’s: Im Frühtau zu Berge….
Es wartet ein langer Tag, eine Fußreise durch die herrliche Bergwelt. Kaiserwetter. Erst zur Voisthaler- Hütte, dann über den Meran–Steig zum Schiestlhaus. Bei den Hüttenpausen auftanken. Frage und Antwort: Wie heißt dieser Berg da drüben? Warum gibt es hier so viele Dolinen? Warum mussten, im Koalitionskrieg 1805, die Bewohner von Seewiesen hier herauf vor den Franzosen fliehen? Wo ist
das Original-Fanzosenkreuz? Wie haben sie sich wieder „darappelt“, die Steiermark, Österreich nach den Niederlagen? Meransteig? Was hat der zu tun mit Erzherzog Johann und seiner Anna Plochl?
Vom Hochschwab ein Rundblick über die gesamte steirische Bergwelt und weit hinaus. Im Süden sieht man die Karawanken, im Westen den Dachsten bis zum Großglockner. Andrea hat ihre schwere Kamera mit mächtigem Objekt heraufgeschleppt. Jetzt schießt sie aus allen Lagen. Alle freuen sich, das werdentolle Fotos!
Aubruch, es geht bergab. Erst nur bescheiden, auf und ab. Fleischer-Biwakhütte, Zagelboden, Rauchsattel. Mächtig ist das Hochschwab- Plateau, der Gletscher des Würm hat es geschaffen. Die Gipfel des Hochschwab, Ausnahme der Kalkalpen, waren vergletschert. Endlich wird es steiler, die Höhenmeter purzeln. Aber der Weg zur Häuselalm zieht sich. Von hier wäre es nur eine Dreiviertelstunde bis zur Sonnenalm, einem der größten zusammenhängenden Hochalmgebiete der Steiermark. Die Gruppe aber will heim, die letzten 700 Höhenmeter hinab zum Bodenbauer.
Im bekannten Almgasthof samt Hotel noch ein gemeinsames Abendessen, das eine oder andere Bier. Man plaudert, man scherzt über das Erlebte. Anstrengend war es, freilich, aber sonst? Einfach nur klass!Das Taxi bringt die Gruppe zurück zum Bahnhof Kapfenberg. Man ist müde, man ist bestens gelaunt. Der Abschied ist herzlich - und eines gewiss: Das war nicht unsere letzte Tour auf den Hochschwab!